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Martin K. Halliger

PR-Management / Pressesprecher

Leunas neues Image

MZ 19.10.2012

Werner Popp arbeitet seit 1978 im Chemiestandort Leuna. "Vor der Wende wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass wir einmal einen Umweltpreis erhalten. Für uns hat die Auszeichnung eine hohe Symbolik", sagt Popp, heute Prokurist der Standortbetreibergesellschaft InfraLeuna. Am Mittwochabend wurde der GmbH der Sonderpreis der Umweltallianz Sachsen-Anhalt verliehen.

 
Die Dreckschleuder von einst ist nicht mehr wiederzuerkennen. Sechs Milliarden Euro sind seit 1990 in die Modernisierung und den Aufbau neuer Anlagen geflossen, ein Drittel der gewaltigen Summe steckt in Umweltprojekten. Die Bemühungen zahlen sich aus. "Luft- und Wasserqualität haben sich im Vergleich zur sozialistischen Produktion um 95 Prozent verbessert", erklärt Popp. Davon profitieren auch die Menschen im Umfeld. "Leuna wird heute wieder als grüne Gartenstadt wahrgenommen. Und wenn es doch mal komisch riecht, dann rufen die Leute gleich bei uns an, weil sie wissen wollen, ob wir irgendwo eine Havarie haben." 


Seit 2004 ist die InfraLeuna wie einige andere Unternehmen aus dem Chemiepark Mitglied in der Umweltallianz des Landes Sachsen-Anhalt. Dort werden unter der Federführung des Umweltministeriums nur Firmen akzeptiert, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus einen aktiven Umweltschutz betreiben. Den Sonderpreis hat die Infra für ihr Klimabewusstsein erhalten, heißt es in der Begründung der Jury. So sei es dem Unternehmen gelungen, beispielsweise durch Investitionen in das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Ressourcen zu sparen und gleichzeitig die Effektivität zu erhöhen. Das spare 2 500 Tonnen CO2 jährlich ein. "Der Preis würdigt unsere vielfältigen Bemühungen um eine bessere Nutzung etwa von Wasser und Erdgas. Hier wurden in den letzten beiden Jahren gerade im Kraftwerk große Fortschritte erreicht", sagt Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna. Dieser Prozess der Optimierung sei nie abgeschlossen. 


Lob kommt mittlerweile von vielen Seiten. Bei der Eröffnung des Fraunhofer-Zentrums für chemisch-biotechnologische Prozesse am 2. Oktober zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Wandel des Standorts beeindruckt. Auch das Landesamt für Umweltschutz attestiert der Region eine positive Entwicklung hin zu mehr Lebensqualität. Die Emissionen seien deutlich reduziert worden. Ablesbar ist das bei den Feinstaubwerten. An der Messstelle in Leuna, der einzigen ihrer Art im Saalekreis, wurde der Grenzwert im Tagesmittel von 50 Mikrogramm der gesundheitsschädlichen PM10-Partikel bislang an zwölf Tagen im Jahr überschritten. Gestattet sind 35 Tage. 


"Der größte Unterschied zu früher ist aber, dass sich Ökologie und Ökonomie heute nicht mehr ausschließen. Unsere Investitionen sind sowohl wirtschaftlich wie umwelttechnisch sinnvoll", sagt Prokurist Werner Popp.